MARTIN FORTER - GEOGRAF UND ALTLASTENEXPERTE

+++ 20. April 2019 +++

Sondermülldeponien Teuftal (BE) und Feldrebengrube (BL) von BASF, Novartis und Syngenta

Auch die letzten zwei Sondermülldeponien der Schweiz endlich ausgraben

Sanierungsort Eine schlechte Geologie mit Zement kompensiert: Arbeiter betonieren Giftfässer in der Sondermülldeponie Teuftal ein. Foto: Schweizerisches Sozialarchiv

Die Chemiemülldeponie Teuftal (BE) von u.a. BASF, Novartis und Syngenta enthält u.a grosse Mengen an dioxinhaltigen Abfälle aus der Produktion des umstritten Biozids Triclosan, zahlreiche verbotene Insektizide wie Lindan, aber auch die Krebs auslösende Substanz 5-Cat. Dies geht aus einer vertraulichen Liste der Inhaltsstoffe hervor, die der Basler Altlastenspezialist Martin Forter dem Wissenschaftsmagazin EINSTEIN von SRF übergeben hat. Die Deponie enthält rund 25'000 Tonnen Giftmüll. Auch bei der Sondermülldeponie Teuftal wird dieser teils hochgefährliche Chemiemüll früher oder später auslaufen. Deshalb muss diese Deponie der Basler Chemischen Industrie (BCI) ausgehoben und definitiv saniert werden, genau so wie es mit den persistenten Deponien in Bonfol (JU), Kölliken (AG) und Pont Rouge (VS) geschehen ist. Teuftal ist allerdings nicht die letzte Sondermülldeponie von BASF, Novartis und Syngenta: Da ist noch die Feldrebengrube in Muttenz (BL). Sie enthält gemäss Angaben der Chemie- und Pharmakonzerne 15'000-25'000 Tonnen Chemiemüll. Sie gefährdet oder verschmutzt gar das Trinkwasser von 230'000 Menschen in der Stadt und Agglomeration Basel. Auch sie müsste totalsaniert werden. Der Kanton Basel-Land aber schützt noch immer lieber die Industrie anstatt das Trinkwasser der Basler Bevölkerung.