MARTIN FORTER - GEOGRAF UND ALTLASTENEXPERTE

+++ 18. Januar 2019 +++

Lindanabfall-Sanierung der Novartis in Huningue (F)

Keine Erbschaft, sondern die Folge der verfehlten Umweltpolitik der Basler Chemie

Sanierungsort Lindanabfall-Sanierung der Novartis in Hunigue (F). Foto: Martin Forter

Die BZ Basel schreib gestern: «Geerbter Sondermüll» wird für Novartis «massiv teurer». Von einer Erbschaft aber kann keine Rede sein. Denn: Die Sandoz AG Basel hat das Gelände der Lindan-Fabrik Ugine-Kuhlmann in Huningue (F) 1972 gekauft, weil sie dringend eine Kläranlage bauen musste. Denn die Basler chemische Industrie hatte die Basler Kläranlagenplanung während 30 Jahren blockiert. 1971 aber verschärfte der Bund das Gewässerschutzgesetz. Nun drohte der Basler Chemie Gefängnis, wenn sie ihr Chemieabwasser ab 1982 noch immer vorsätzlich ungereinigt in den Rhein leitet. Darum kaufte die Sandoz AG das Gelände in Huningue. Sie wusste, dass es mit Lindanabfall (HCH) kontaminiert ist. Zudem ging das Vergraben des Chemiemülls weiter, nachdem Sandoz das Areal gekauft hatte. Es ist davon auszugehen, dass Sandoz davon Kenntnis hatte und es in Kauf nahm. Nach der Fusion von Ciba-Geigy und Sandoz ist nun Novartis zuständig. Da sie schlecht geplant hat, wird der sinnvolle Aushub des hochgiftigen Mülls sehr viel teurer.

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